Marie Kondo: Magic Cleaning

 

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(Screenshot)

Rezension

Marie Kondo: Magic Cleaning – Hörbuchversion

 

Eine kleine, junge Japanerin erklärt in ihren Videos mit einer hohen, ruhigen Stimme einen neuen Weg. Analog zu Karate-do, beschreibt sie diesen Weg als Kunst, sogar als philosophische Grundeinstellung. Welchen Weg soll man beschreiten? Sie sagt: „ Let’s tidy up and have a happier life!“

Es geht um die Kunst des Aufräumens, besser gesagt, um die Kunst, die Wohnung aufgeräumt zu halten. Die Kunst des Blumenarrangierens heißt „Ikeban“, die Kunst des Aufräumens  wird „KonMarie Methode“ genannt.

Benannt nach Marie Kondos Spitznamen entwickelte sich KonMarie zu einem Hype unter den jungen Menschen. Im Zuge des Minimalismus wird nach einer Methode verlangt, die es einem erleichtert, Dinge loszulassen und sich von ihnen zu trennen. KonMaries Grundsatz heißt, dass man nur die Sachen in seinem Leben behält, welche Freude auslösen –  das Motto ist: „Does it spark joy?“. Hierbei räumt man nicht Zimmer für Zimmer, sondern nach Kategorien auf. Diese Kategorien wiederum, sind hierarchisch zu sehen. Man beginnt mit der Kleidung, darauf folgen die Bücher, danach Papiere, Gegenstände und zum Schluss, wenn man schon ein geübter Aussortierer ist, widmet man sich den Erinnerungsstücken und den Dingen mit sentimentalem Wert. Im Gegensatz zu einem Entrümpler, der sicherlich nach wertvoll und wertlos aussortiert, respektiert Kondo die Gegenstände, die in das Leben des Besitzers traten. Dieser Respekt spiegelt sich in der Behandlung der Kleidungsstücke wider. Sie werden nicht lieblos in den Schrank gestopft, sondern sie werden sanft und voller Bedacht gefaltet. Hierzu entwickelt sie auch diverse Faltmöglichkeiten. Geht es nicht zu weit, wie es in einem Podcast kritisiert wurde, dass man sich von seinen Dingen verabschieden soll? Meiner Meinung nach könnte so ein Entrümpelungsansatz hilfreich sein, um sich von liebgewonnenen Stücken zu trennen. Man kann auf diese Weise Abschied nehmen und auch beispielsweise Erbstücke aussortieren.

Warum nicht einen emotionalen Schritt durchführen? Die Jeans, in der man vor 20 Jahren seinen Mann kennenlernte, darf gehen. Sie hat einen wunderbaren Dienst geleistet, aber heute ist sie eben zwei Nummern zu klein. Das Resultat ist eine aufgeräumte, saubere Wohnung, in der sich nur noch passende Lieblingsstücke befinden.

Marie Kondos fast schon spirituell anmutender Umgang mit dem Haus und seinen Gegenständen wirkt auf Europäer sicherlich befremdlich. Welchem Europäer jedoch kullerten nicht die Tränen, als das erste selbstfinanzierte, wohlgehegte Auto auf den Schrottplatz musste? So kann man KonMarie in gewisser Weise auch als Europäer nachvollziehen.

Der Vorzug des Hörbuchs ist nun, dass eine wunderbare Sprecherin (Nina West) Kondos Humor gekonnt interpretiert, was auch darüber hinwegsehen lässt, dass der Übersetzerin (Monika Lubitz) hin und wieder Grammatikfehler unterlaufen sind.

Für mich ist dieses Hörbuch ein gelungenes Hörbuch mit einer interessanten Sichtweise auf das Entrümpeln und Ordnunghalten.

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